Geschichte der AUGS
Altes AUGS-Logo in Gold Die Geschichte der AUGS beginnt kurz nach dem Erscheinen des ersten Amiga-Computers. Zu einer Zeit, in der Computer zwar als sehr nützliches Werkzeug angesehen wurden, sich jedoch fast niemand vorstellen konnte, dass sich leistungsfähige Geräte im privaten Markt bzw. als Homecomputer (so wurden damals Rechner genannt, die gleich von Anfang an für den privaten Gebrauch konzipiert wurden) etablieren könnten. Computer waren riesige Schränke voller Elektronik, die nur von wenigen Spezialisten bedient werden konnten. Den Leuten, die diese Technik anwenden wollten, musste die ganze Sache etwa so vorkommen, wie die Priester, die das wundersame Orkal befragten, ein Mysterium.

Damals, zu einer Zeit wo die Computer C64, der Atari 400 bzw. 800, der Sinclair ZX80/81 bzw. Spectrum, der Texas Instruments 99/A4 oder Amstrad (in der Schweiz besser als Schneider Computer bekannt) aktuell waren, kam ein Gerät auf den Markt, dass sich fast wie die Offenbarung angehört haben musste. Ein Gerät namens Amiga, die technischen Daten waren sagenhaft! 4096 Farben, Multitasking, grafische Benutzeroberfläche, 256 KB RAM (erweiterbar auf 8 MB ... sagenhaft!). Ein Prozessor mit 7.irgendwas MHz Taktfrequenz. (Die ersten IBM AT mit 8 MHz konnten etwa zur selben Zeit gekauft werden. Für sehr, sehr viel Geld.)

Genau in dieser Zeit ergab es sich auch, dass ein paar Freunde sich mehr oder weniger zufälligerweise einen Amiga gekauft hatten. Damals (1985) war noch das Modell A1000 der absolute Renner (sprich: das einzige Modell).

der Amiga Der A1000 war in der Schweiz ein Erfolg, wurde aber bald von noch viel grösseren Stückzahlen des A2000 und dem meistverkauften Amiga überhaupt, dem A500 abgelöst. In einem Land, in dem sich Commodore durch den C64 und weitere Modelle schon etabliert hatte, verkauften sich die Amigas sehr gut, in jedem noch so kleinen HiFi-TV-Radio-Geschäft gab es bestimmt einen Amiga Computer zu kaufen. Computershops gab es damals noch nicht viele, geschweige denn Leute, die auch eine Ahnung von der Materie hatten, und so waren andere Amiga-Besitzer die beste Möglichkeit zum Informationsaustausch.
Die AUGS war und ist der grösste Amiga-Club der Schweiz und hatte sowohl Profis, Studenten, Freaks, Endbenutzer, Gamer und was es sonst noch für "Kategorien" an Amiganern gab als Mitglieder. Insgesamt handelte es sich aber eher um Mitglieder, die sich sehr stark mit dem Amiga auseinandersetzten, eben die echten Amiga-Fans. Zur der Zeit, als der Amiga hierzulande sein Verkaufshoch erlebte - von 1989 bis ca. 1991, hatte die AUGS knapp 300 Mitglieder und konnte sich daher als einer der grössten Amiga-Clubs der Welt bezeichnen.

Mit dem Untergang von Commodore 1993-1994, dem Konkurs und den nachfolgenden Wechseln des Inhabers des Amigas, was zum Niedergang des Amigas führte, änderte sich die Zusammensetzung der Mitglieder immer mehr zu "Amiga-Fans". Böse Zungen bezeichnen diese als Amiga-Fanatiker. :-) Diese wurden seit 1994 laufend mit neuen Hoffnungen überschüttet, es würde mit ihrem Lieblingssystem Amiga eben doch wieder aufwärts gehen, sei dies mit einem AAA-Chipset aus den Konkursmassen von Commodore, einer VisCorp-Settopbox für jedermann, einem Amiga-kompatiblen PPC-Powercomputer aus diversen kleinen Hardwarefirmen oder einem gestylten Supercomputer mit neuartigem OS und Prozessor basierend auf einem Linux-Kern. (Anfangs 1999 angekündigt vom derzeitigen Amiga-Besitzer Gateway, und Mitte 1999 auch schon wieder eingestellt.) Schlussendlich mussten sich die Freaks bis heute mit einer PPC-Turbokarte und einem OS-Update für die "Original"-Amigas zufrieden geben.

Weitere Turbokarten mit G4 PPC-Prozessoren sind jedoch geplant, und von Amiga-Emulatoren auf anderen Systemen, über eine komplette Neuprogrammierung des AmigaOS, bis zu Bemühungen das Classic-AmigaOS doch Opensource zu machen, gibt es genug Gründe das geniale Amiga-System, mit dem man teilweise seit über einem Jahrzehnt arbeitet, nicht aufzugeben.

Der Hauptgrund dafür, dass es auch heute noch so viele Amiga-User gibt, ist ganz klar der, dass sich mit entsprechender Hardware, durch das wirklich geniale AmigaOS, die Aufgaben die ein Computer lösen soll, sehr gut und komfortabel lösen lassen. Teilweise komfortabler als mit anderen, für Amiga-Liebhaber als "völlig überladen und ineffizient" erscheinenden Systemen. Teilweise aber auch mit etwas grösserem Aufwand, da die entsprechende Software zuerst von einem Amiga-Freak am anderen Ende der Welt beschafft oder sogar erst programmiert werden muss. Genau dies aber macht die Amiga-Gemeinde weltweit einzigartig, und genau deshalb existiert auch 5 Jahre nach der letzten Weiterentwicklung der Amiga-Computer-Hardwarearchitektur auch in der Schweiz noch ein Amiga-Club, die AUGS.

Viele AUGSler haben sich inzwischen auch andere Systeme zugelegt, möchten aber den Kontakt zu altbekannten Kollegen und Gleichdenkenden nicht verlieren. Und wie gesagt, die Amiga-User haben auch jetzt wieder Grund zur Hoffnung, dass "ihr" bevorzugtes System eine Zukunft hat - nicht dieselbe, die es gehabt hätte, wenn Commodore 1994 nicht Konkurs gegangen wäre, aber Eine, die es erlaubt, mit dem besten Desktop-System aktuell zu bleiben und zu arbeiten.


Letzte Änderung: 23.10.1999 Fu Zurück